Marc Freund

Professor van Dusen (21):
Professor van Dusen zählt nach

Label: Allscore
1 CD; Spieldauer: ca. 53 Minuten


Regie: Gerd Naumann
Komponist: Christian Bluthardt
Sounddesign, Mischung & Master: Tom Steinbrecher


Sprecher:
Professor van Dusen: Bernd Vollbrecht
Hutchinson Hatch: Nicolai Tegeler
Robert Willings: Harry Kühn
Norman Quigley: Klaus-Peter Grap
Leslie Curry: Sven Brieger
Wilma Droud: Nora Jokhosha
Colin Ferrell: Fabian Oscar Wien


Inhalt:
Eine eigenwillige Versicherung bereitet Professor van Dusen Kopfzerbrechen. Laut einer darin enthaltenen Klausel darf die angesparte Summe nur an den letzten Überlebenden von drei Begünstigten ausgezahlt werden. Plötzlich geschehen in deren Umfeld allerhand unerklärliche Unfälle. Nur wenig später kommt es zu einem tragischen Todesfall. Professor van Dusen ist überzeugt, dass ein kaltblütig kalkulierter Mord vorliegt. Doch damit reißen die dramatischen Ereignisse nicht ab. Eine Leiche verschwindet und jeder misstraut dem anderen. Professor van Dusen muss einmal mehr unter Beweis stellen, dass er den Beinamen "die Denkmaschine" nicht zu Unrecht trägt.


Kritik:

Ein neuer van Dusen ist immer ein Grund zum Feiern - so auch diese 21. Folge, in der die Denkmaschine wieder einmal einen Fall auf dem amerikanischen Kontinent aufklären muss. Doch dieses Mal geht einiges schief, bis die Wahrheit ans Licht kommt...

"Professor van Dusen zählt nach" ist trick- und wendungsreich angelegt und erinnert in der Grundkonstellation ein wenig an Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein". Denn eine vor vielen Jahren ins Leben gerufene sehr spezielle Geldanlage wird demnächst an den letzten Überlebenden der Anleger ausbezahlt ... und im Umfeld der potenziellen Erben kommt es nun zu einer Reihe merkwürdiger "Unfälle".

Autor Marc Freund erzählt eine sehr schöne, teils dramatische Katz-und-Maus-Jagd, die für viel Hörspaß sorgt und sogar Professor van Dusen eine Zeitlang zum Narren hält. Und das will was heißen! Wie der Professor wird auch der Hörer lange Zeit an der Nase herumgeführt, und so vergehen die 53 Minuten wie im Fluge...

Dennoch knirscht es ein ums andere Mal hörbar im Plot, und einige Details sind nicht wirklich nachvollziehbar:

Achtung, jetzt kommt ein fetter SPOILER:

Wie soll die Sache mit den Eiswürfeln genau bewerkstelligt worden sein, wann wurden sie präpariert? Und noch viel abstruser: wie konnte sich der Mörder auf die Sache mit dem Schal verlassen? Das ist schon sehr seeehr spekulativ. Desgleichen die Frage, wie das Double beruflich nicht durch Unkenntnis auffallen sollte - man konnte ja nicht wissen, wie lange sich die ganze Sache noch hinziehen würde. Und schließlich: wie konnte sich der uneheliche Erbe in der Bank als solcher ausweisen?

SPOILER ENDE

Nichtsdestotrotz ist "Professor van Dusen zählt nach" ein Garant für großen Hörspaß. Dafür sorgen etliche Dialog-Schmankerl und eine fintenreiche Erzählweise.

Auch die Sprecherriege hatte hörbar viel Spaß beim Einsprechen, und neben einigen Dusen-typischen Sticheleien und einem kleinen Exkurs in die Literatur sowie einem Bezugspunkt zur letzten Folge ist die Story fein gewoben und gut durchkomponiert.

Besonders gefallen hat mir auch, dass die Denkmaschine hier dem Mörder tatsächlich einmal "hinterherdenkt" und nicht alles verhindern kann. Das sorgt für deutlich mehr Spannung als üblich.


Fazit:

Der Professor bekommt es mit einem äußerst hartnäckigen Gegner zu tun - wärmste Empfehlung auch für Fall Nummer 21, der trotz kleiner Schwächen immer noch für hochkarätige Krimiunterhaltung sorgt!


Infos und Hörproben: http://www.allscore.de/ und http://www.highscoremusic.com/